Premierenkreuzfahrt „Grönland und der St. Lorenz-Strom" 

                    Eine Reise von Ildiko und Rainer Banse im Sommer 2008
                                                                                           

In diesem Jahr, im August, haben wir es gewagt und eine Kreuzfahrt unternommen. Gleich unsere ersten Überlegungen gingen dahin eine Reise in den Norden zu planen. Wir wollten Gletscher sehen und Eisberge. Eine komfortable Reise sollte es werden. Nicht unbedingt ein Luxusliner, dafür aber überschaubar und gemütlich.

Mit unseren Vorstellungen haben wir die richtige Reise auch sofort gefunden.

Es sollte eine Premierenkreuzfahrt werden mit der MS Vistamar von Grönland über Labrador und Neufundland, den St. Lorenz-Strom hinauf nach Quebec-City bis zum Ankunftsort Montreal. Es wurde ein traumhafter Urlaub, interessant und informativ mit einem Schuss Abenteuer. Der Weg ist das Ziel!

 

Nun aber von Anfang an. Unsere Reise beginnt am Flughafen Frankfurt am Main. Tatsächlich beginnt sie aber schon daheim denn der Zubringerservice Eberts, der im Reisebüro gleich mitgebucht wird, holt uns wie immer pünktlich und zuverlässig von daheim ab.

Eine Chartermaschine der Air Berlin steht bereit. Der Flug nach Grönland dauert nicht ganz fünf Stunden. Nach einem sehr ruhigen Flug landen wir pünktlich in Kangerlussuaq. Auf Dänisch heißt der Ort Sondre Stromfjord. Es gibt keine Passformalitäten und um unser Gepäck müssen wir uns auch nicht kümmern. Dies wird direkt vom Flieger zum Schiff in unsere Kabine gebracht, Das funktioniert prima. Weil die Sicherheit der Gäste oberstes Gebot ist ziehen wir vor der Abfahrt zur MS Vistamar Schwimmwesten an. Wir besteigen Schlauchboote, die hier Zodiacs genannt werden und werden zum Schiff gebracht. In jedes Schlauchboot passen 20 Gäste. Die Überfahrt auf ruhiger, nebelverhangener See dauert fünfzehn Minuten. Kräftige Hände packen zu beim Einstieg auf die MS Vistamar. Es ist Mittag und wir genießen die erste Mahlzeit an Bord. Bereits am Nachmittag beginnt unsere Kreuzfahrt aus dem Fjord hinaus aufs offene Meer. Wir machen uns erst einmal ein wenig mit dem Schiff vertraut. Es sind 250 durchgehend deutsche Gäste an Bord. Die Bordsprache ist Deutsch. Eine deutsche Ärztin gehört zur Mannschaft und ein deutscher Chefkoch. Der Kapitän ist Italiener. Das Servicepersonal hat viele Nationalitäten. Der für unseren Tisch in den nächsten zwei Wochen zuständige Kellner kommt aus Bali, die Getränke serviert eine Philippinin. Der Reiseveranstalter Plantours hat gleich mehrere Reisebegleiter an Bord. Es fehlt uns an Nichts. Naja, die MS Vistamar ist schon etwas in die Jahre gekommen und hat auch ein wenig Patina angesetzt. Viele würden wohl den Pool als zu klein ansehen und Sportmöglichkeiten an Bord vermissen. Es gibt auch kein Spielkasino und keinen Nachtclub. Hier und da etwas frische Farbe, vielleicht einen neuen Vorhang oder Sesselbezug wären nicht schlecht. Dies schmälert aber keinesfalls die Freude an der Reise.

Dafür haben wir zwei fachkundige Lektoren an Bord, die mit wissenschaftlichen Vorträgen die Reise begleiten. Hier werden uns Land und Leute unterhaltsam und informativ nahegebracht.

Nicht zu vergessen. Wo bekommt man ein frisch gezapftes deutsches Bier o,3 Liter für nur 2 Euro abends an der Bar?

Sicherheit geht über alles. Bereits am ersten Nachmittag wird die gesetzlich vorgeschriebene Rettungsübung durchgeführt. Das klappt sofort. Weiter geht es. Wir fahren nach Norden bis in die Diskobucht. Eisschollen und kleine Eisberge treiben im Meer. Der Kapitän nimmt Fahrt zurück. Wir erreichen Ilulissat oder auf dänisch Jakobshavn. Hier wird ganz vorsichtig manövriert und die MS Vistamar geht vor Anker. Der Landausflug erfolgt mit den Zodiacs.

 


Nach einer kurzen Busfahrt durch den Ort und einem etwa zwei Kilometer langem Spaziergang sehen und erleben wir den ersten grandiosen Höhepunkt unserer Reise. Es ist der Ilulissat-Eisfjord, Weltnaturerbe und einer der weltweit aktivsten Gletscher. Ein unbeschreiblicher Anblick. Wir sitzen in der warmen Sonne im Gras, nur wenige Meter von dem unaufhörlichem Strom aus Eis entfernt.

 


Nur schwer können wir uns von dem großartigen Naturschauspiel losmachen. Aber es geht weiter. Für die Rückfahrt mit dem Zodiac muss improvisiert werden. Das Eis im Fjord hat sich verschoben und die Ablegestelle zum Schiff kann nicht mehr benutzt werden. Es werden Busse gerufen, eine neue Ablegestelle gesucht und dann geht es los. Das Eis rings um unsere Boote ist ständig in Bewegung. Der Bootsführer fährt langsam und sehr umsichtig zum Schiff zurück. Dieser Tag ist nicht mehr wegzudenken. Ein kleines Abenteuer für uns alle.

Es geht nach Süden, nach Sisimiut oder auch dänisch Holsteinsborg. Wir machen einen Spaziergang durch die Stadt. Wieder ist strahlender Sonnenschein. Die Menschen sitzen an den Tischen vor den Kaffees und genießen, wie wir auch, die Sonne.

Es geht weiter Richtung Kanada, zwei Tage auf See. Windstärke 5 bis 6. Es fehlt niemand beim Essen. Es gibt zu den Mahlzeiten täglich wechselnde Menüs von sehr guter Qualität. Es besteht immer die Möglichkeit der Auswahl zwischen Fisch und Fleisch und es wird jeden Tag ein vegetarisches Menü angeboten.

In der kanadischen Provinz Labrador wird das Städtchen Cartwright angelaufen und am nächsten Tag geht es weiter nach Neufundland. Hier haben wir einen der Landausflüge zu dem Wikingerdorf L`Anse aux Meadows gebucht. Unter sachkundiger Führung eines der Nachfahren der Wikinger besuchen wir die Ausgrabungen und die getreu nachgebaute Wikingersiedlung.

Es geht zurück zum Schiff. Einen Tag später sind wir in Corner Brook, Neufundland. Unser Landgang beginnt bei strahlender Sonne und endet in strömendem Regen. Vorsorglich hatten wir Schirme vom Schiff mitgenommen. Dies war auch der einzige Regenschauer während unserer gesamten Reise.


Die MS Vistamar nimmt Fahrt auf. Jetzt geht es den St. Lorenz-Strom hinauf. Die beeindruckende Landschaft, wie schon die Tage zuvor, zieht gemächlich vorbei. Auf dem Sonnendeck liegen, dösen, den Fotoapparat immer in Reichweite, ab und zu ein kaltes Getränk, was will man mehr.

Quebec-City und Montreal sind unsere nächsten Stationen. Diese beiden Städte haben wir vor zwei Jahren bereits besucht. Nachzulesen in unserem Bericht aus dem Jahr 2006. Wir sind hier schon vertraut. Die Altstadt von Quebec-City ist wunderschön. Frankreich in der neuen Welt. In Montreal haben wir in dem gleichen vietnamesischen Restaurant gegessen wie bereits vor zwei Jahren.


Abschied nehmen. Es war traumhaft schön.


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