Nordland

Auf Kreuzfahrt mit dem Clubschiff AIDAblu im Nordland

 

 

 

Ein (Traum-) Reisebericht von Andreas Zimmer

 

Februar 2006 – Nach reiflichen Überlegungen und Beratungen bei Frau Lohse und Abwägen der Alternativen, habe ich mich entschlossen, eine Kreuzfahrt auf dem Clubschiff AIDA blu zu machen. Die Reise führte mich nach Norwegen (Bergen, Hellesylt/Geiranger, Oslo) und nach Dänemark (Kopenhagen). Da ich noch relativ unerfahren in Sachen Urlaub und Reisen war, hatte ich noch nicht allzu viel Ahnung, was mich im August erwarten könnte, wenn ich mit der AIDA von Kiel aus in See stechen würde. Doch eines sei schon jetzt gesagt: Meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen und die Kreuzfahrt wird mir sicher ein Leben lang in Erinnerung bleiben! Es war das perfekte Erlebnis!

 

Der Urlaub begann eigentlich im Hauptbahnhof in Kiel, nach einer doch anstrengenden Bahnfahrt von ca. sieben Stunden. Hier gab ich mein Gepäck in die Obhut der Crew der AIDA, die sich darum kümmerte, dass das Gepäck seinen Weg in meine Kabine fand. Ein paar Schritte raus aus dem Bahnhofsgebäude und da lag sie, die AIDA blu, mein zu Hause für die nächsten sieben Tage. Das Abenteuer begann..... 
                                                                     

Nach einem Tag auf See, an dem ich das Schiff näher kennen lernte und die obligatorische Seenotrettungsübung durchgeführt wurde, die für alle Beteiligten ein Riesenspaß war, trafen wir früh am Morgen im Hafen von Bergen ein. Auf dem gebuchten Ausflug „Hardangerfjord – Natur pur“, erhielt ich einen ersten Einblick in die Schönheit Norwegens. Bei einem Mittagessen im Sandven Hotel konnte man den wunderschönen Ausblick auf den Hardangerfjord genießen und sich anschließend etwas die Beine von der Busfahrt vertreten. Vorbei an malerisch gelegenen Holzhäusern an Fjorden, kam ich doch sehr ins Schwärmen, denn in Norwegen stehen durch die geringere Bevölkerungsdichte bei weitem nicht so viele Häuser auf einem Fleck, wie ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Die Kulisse und die Ruhe luden einfach dazu ein, sich vorzustellen, dort ein kleines Häuschen zu haben und zu wohnen, weit ab von Stress und Hektik.

Am Nachmittag kamen wir dann an der Ruine eines ehemaligen Zisterzienserinnen Klosters vorbei, dem „Lysekloster“, was soviel wie „Licht“ bedeutet. Eine wunderschöne, wenn auch kleine Klosterruine, die ebenfalls zum Träumen einlud.

Nach der sechsstündigen Tour ging es dann schließlich bei strahlendem Sonnenschein vorbei an Bergens Sehenswürdigkeiten, zu denen die Bryggen zählen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden und die Gildenhallen, sowie der Fischmarkt von Bergen.

 

Am dritten Tag meiner Reise machte die AIDA kurz im Hellesylt Fjord halt, um die Passagiere, die den Ausflug „In eine Welt voller Schönheit & Erhabenheit“ gebucht hatten, der den ganzen Tag dauern sollte, mit den Tenderbooten von Bord gehen zu lassen. Dieser Tag bildete für mich den landschaftlichen Höhepunkt der Reise. Die Tour führte uns in die Bergwelt Norwegens. Immer höher erklomm unser Bus die steilen Hänge und sehr engen Straßen dieser Felslandschaft. Nach dem Besuch im Jostedalsbreen Nationalparkcenter, ein kleines Museum über Gletscher, Lawinen und einheimische Pflanzenarten in einem kleinen Botanischem Garten, ließen wir die Baumgrenze unter uns. Vor uns lag die öde und karge aber zugleich atemberaubende Fels- und Gerölllandschaft der Hochebene des Stryngebirges, ab und zu ein paar Schafe, die uneingezäunt am Straßenrand bzw. auf der Straße grasten. Man sah nur die flach abfallenden Hänge der Berge, die teilweise von Gletschern gekrönt waren. Weit und breit gab es keine Häuser oder Siedlungen zu sehen und die schmale Straße schlängelte sich nur unscheinbar durch die graue Landschaft.

Gegen Mittag kehrten wir dann ins Hotel Grotli ein, was von einem Schweizer Hotelier gebaut wurde. Neben dem Drei-Gänge Menü begeisterte auch das Ambiente. Im Eingangsbereich loderte ein wärmendes Feuer und die verschiedenen verwinkelten Räume luden zum Verweilen ein, jedoch blieb dafür leider keine Zeit, da uns noch der, im wahrsten Sinne des Wortes, Höhepunkt der Tour bevorstand, der Panoramablick vom 1500 m über NN gelegenen Dalsnibba.

 

Anschließend ging es die enge Serpentinenstraße hinunter in das kleine Dorf Geiranger. Hier wartete bereits die AIDA blu auf uns. Das nächste Highlight war dann die Ausfahrt aus dem Geiranger Fjord mit seinen senkrecht aus dem Wasser ragenden Steilklippen und zahlreichen Wasserfällen, darunter die „Sieben Schwestern“ oder der „Brautschleier“. Allerdings konnten wir die Wasserfälle nicht in voller Pracht genießen, da es dieses Jahr nur sehr wenig geregnet hatte. Gänsehaut machte sich auf dem Körper breit, da das Schauspiel auch mit entsprechender Musik begleitet wurde, zudem ließen die Lichtverhältnisse und die Wolken eine Mystische Atmosphäre entstehen.

 

Am Donnerstag kamen wir dann früh morgens in Norwegens Hauptstadt Oslo an. Dies war der erste Landgang, an dem ich das typisch norwegische Wetter kennen lernte. Der Himmel war wolkenverhangen und am späten Vormittag regnete es heftig. Der Ausflug „Stadt mit Vigeland-Skulpturenpark & Museumsinsel“ führte mich zuerst durch die Stadt, am Königspalast vorbei, zum Vigeland-Skulpturenpark, welchen wir zu Fuß durchquerten. Anschließend ging es zur Holmenkollen Skisprungschanze und danach auf die Museumsinsel Bygdöy, wo wir das Wikingerschiffsmuseum und das Kon-Tiki-Museum besichtigten. Das letztere Museum dreht sich rund um den Forscher Thor Heyerdahl und seine abenteuerlichen Forschungen. Zu besichtigen ist zum Einen die RA II, das Papyrusboot, mit dem der Wissenschaftler den Atlantik überquerte und zum Anderen die Kon-Tiki, ebenfalls ein Boot, jedoch aus Holz. Kon und Tiki sind zwei Sonnengötter und gaben dem Schiff seinen Namen.

 

Bei dem Anblick der Wikingerboote und der RAII, bzw. der Kon-Tiki, war ich froh, dass die AIDA blu ein so großes und sicheres Schiff ist, denn bei Windstärke sieben möchte ich nicht auf einem solchen Schiff auf dem Meer sein, denn die Wellen und der Wind sind dann doch erheblich, wie wir Montag Nacht selbst feststellen durften. Aber selbst dieser Wellengang hatte etwas schönes, man wurde sozusagen in den Schlaf gewogen.

Wieder zurück an Bord ließ sich sogar die Sonne blicken. Vom Pooldeck hatte man einen schönen Ausblick auf die direkt am Kai liegende Festung Akershus und das Wahrzeichen von Oslo, das Rathaus. Die Ausfahrt aus dem Oslofjord genoss ich dann mit einem Offiziers Cocktail, denn bei dieser Aktion mixten die Offiziere der AIDA höchstpersönlich Cocktails für 1,50€. Was für ein Genuss....

                                

 

Am Freitag erwartete uns dann der letzte Hafen, bevor wir am Samstag in unserem Heimathafen Kiel einlaufen sollten. In Kopenhagen machte die AIDA am Langeliniekai fest. Von dort führte mich die Tour „Königliches Kopenhagen“ zur Kleinen Meerjungfrau und dann zum Schloss Christiansborg. Durch den Hintereingang hereingekommen, mussten wir uns zunächst topmodische Schuhüberzieher anziehen. So wurde gleich der Boden mitgeputzt. Aber Spaß bei Seite. Im Imposanten Schloss gab es viel Glanz und Gloria, so z.B. der Thronsaal, in dem Königin Margarethe II Staatsbesuch empfängt oder der Rittersaal, in dem noch heute Festbankette stattfinden. Hier hängen auch zahlreiche Gobelins, deren Muster von einem dänischen Künstler entworfen wurde. Ziemlich modern und die Königin soll über den Künstler bei der Einweihung der Teppiche gesagt haben, dass wenigstens der Hund gelungen sei. Leider durfte ich meinen Fotoapparat nicht mit ins Schloss nehmen.

Pünktlich um zwölf Uhr zum Wachwechsel kamen wir dann an Schloss Amalienborg an, dem Sitz der Königin.

 

In den sieben Tagen an Bord der AIDA blu konnte ich mich so richtig erholen. Das AIDA Erlebnis war so schön, dass ich gar nicht weis, wo ich anfangen soll. Ich denke, den Anfang mache ich am besten mit dem, was mich am meisten begeistert hat. Jeden Abend gab das AIDA Show Ensemble sein Bestes mit den unterschiedlichsten Shows. Mal ein Wunschkonzert, wo die Passagiere zwei Tage lang Zeit hatten, sich aus einer Liste ihren Wunschhit zu wählen und in eine Lostrommel zu geben. Die Sänger und Tänzer mussten dann innerhalb einer Minute in die entsprechenden Kostüme schlüpfen und den Titel vortragen. Das hatte seinen besonderen Reiz, da die paar Sekunden Vorbereitungszeit ruck zuck vorbei waren und die Schauspieler teilweise nur halb verkleidet auftreten mussten und sich während des Auftritts anzogen. Die Zuschauer, die sich den Hit gewünscht hatten, der gezogen wurde, bekamen als Dank eine Flasche AIDA Sekt.

           

Donnerstags stand dann ein „Grusical“ auf dem Spielplan, in dem schaurige Gestalten, darunter ein Zahnarzt, der mit Sicherheit seinen Beruf verfehlt hatte, in Anbetracht der überdimensionalen „Werkzeuge“, darum stritten, wer die Reise in den „Jellicle Himmel“ antreten durfte.

Am Mittwoch Abend gab es dann die „White-Nights-Party“ auf dem Pooldeck, ein weiterer Höhepunkt.  Mitten auf dem Ozean unter freiem und klaren Himmel tanzten wir alle ausgelassen nach dem Auftritt des Ensembles bis tief in die Nacht, als ob es kein Morgen gäbe. Gute Chance, neue Leute kennen zu lernen, obwohl das auf der AIDA wirklich nicht schwer war!

Ein absolut professionelles Ensemble, das mit der Unterstützung der Band keineswegs einen Vergleich mit herkömmlichen Theatern/Musicals an Land  scheuen muss, so wie ich finde.

 

Auch die Unterhaltung im Atrium, dem Herz der AIDA und beispielsweise der AIDA Bar, der Blu Lounge oder dem Casino auf Deck 8 bot für jeden das Passende. Ich fand es sehr schön, dass die Sänger und auch die Tänzer des Ensembles, sowie alle anderen Künstler live gesungen haben und auch die Musik kam nicht vom Band! Man konnte es den Akteuren ansehen, dass ihnen ihr Job Spaß macht, da war richtig Feuer dahinter. Ich habe das auf jeden Fall so empfunden und „Feuer gefangen“!

 

Ebenso gut wie die Unterhaltung an Bord war das gastronomische und kulinarische Angebot. Unter sieben, über das ganze Schiff verteilte Restaurants, darunter eine Sushibar und ein A la carte Restaurant, dass Rossini blu, konnte man sich entscheiden. Die richtige Qual der Wahl kam dann aber erst beim Buffet. Jeder Tag stand unter einem anderen Motto, einmal griechisch, französisch, ja sogar russisch. Von Lachs bis Steak, von Eis bis Kuchen als Nachtisch, so viel konnte man gar nicht essen, wie zur Auswahl stand. Die Getränke (Wein und Softdrinks) konnte man sich während den Essenszeiten sooft nachschenken, wie man wollte. Das freundliche Servicepersonal in den Restaurants und auf den Kabinen rundete den Aufenthalt noch ab. Hier konnte ich auch meine Englischkenntnisse einmal testen mit dem sogenannten „Smalltalk“, da diese Mitarbeiter im Gegensatz zu der restlichen Besatzung, wie die Scouts und z.B. die Animationscrew, zwar Deutsch verstanden aber nur sehr wenig sprachen. Das war auch eine schöne Erfahrung, zu sehen, dass man sich auch in einer anderen Sprache verständigen kann, denn für mich war das mehr oder weniger der erste Test ausserhalb der Schule.

Auch auf Shopping musste man auf der AIDA nicht verzichten. An Bord gab es einen Juwelier, eine Parfümerie sowie Bekleidungsboutiquen, die eine mannigfaltige Auswahl bereithielten. Das Bezahlen, z.B. in den AIDA Shops und an den verschiedenen Bars, erledigte man bequem mit der Bordkarte, die wie eine Kreditkarte funktionierte und gleichzeitig der „Türöffner“ zur AIDA war. Bei jedem Landgang checkte man mit der Bordkarte aus und auch wieder ein. So wurde verhindert, dass blinde Passagiere bzw. ungebetene Gäste an Bord kommen konnten. Sicherheit wurde also auch in dieser Hinsicht groß geschrieben.

Die Preisgestaltung war meiner Meinung nach durchaus fair!

 

Das Entertainment und Edutainmentprogramm und was sonst noch so wichtig war an Bord, wurde uns jeden Tag mit der Zeitschrift „AIDA heute“ mitgeteilt. Was auch sehr schön war ist, dass man bei allen Veranstaltungen mitmachen konnte, dies jedoch in keiner Form musste. Man war in allen Entscheidungen frei und ungebunden.

Zum Edutainmentprogramm gehörten z.B. Computerkurse, Kurse in Tastaturenschreiben aber auch Kunstkurse (Malkurse). Diese Kurse wurden allerdings, wie auch die Body & Soul Angebote (Massagen usw.) extra berechnet.

Auf dieser Reise wurden von einer Lektorin Vorträge gehalten, die mir und den anderen interessierten Passagieren die Geschichte Bergens näher brachten und uns etwas über die Geographie Norwegens berichteten. Diese Vorträge waren kostenfrei.

 

Während den Liegezeiten in den Häfen bot sich die Möglichkeit, sich entweder auf eigene Faust auf Entdeckungstour zu machen oder an den Landausflügen teilzunehmen, die von den AIDA Scouts organisiert und auch begleitet wurden. Die Ausflüge, die jedoch nicht im Reisepreis inbegriffen waren, konnte man schon von zu Hause aus, lange vor Reiseantritt, übers Internet buchen oder aber direkt an Bord, was meiner Meinung nach von Vorteil war, da die Scouts zu jedem Landgang eine kurze Präsentation hielten, um die verschiedenen Ausflüge mit Fotos und Zusatzinfos vorzustellen und um eine zusätzliche Entscheidungshilfe zu bieten. Auch das Ausflugsangebot war breit gefächert, von der Busrundreise, über die Stadtführung zu Fuß, bis hin zur Fahrradtour oder Kajaktour.

 

Es entstand schon ein Gefühl der Vertrautheit mit dem Schiff und auch der Crew, die man im Verlauf der Reise näher kennen lernte. Ich fühlte mich einfach nur wohl, brauchte mich um nichts zu kümmern außer mich zu entspannen und zu genießen, es fehlte einem wirklich an nichts, sodass ich begeisterter AIDA-Reisender bin und ich jedes Mal ins Schwärmen komme, wenn ich davon berichte, sowie ein Lächeln auf die Lippen bekomme, wenn ich mich daran zurückerinnere.

Obgleich ich mich auch wieder auf zu Hause freute, fiel mir der Abschied doch sehr schwer, am liebsten wäre ich nicht mehr von Bord gegangen. Doch die Traumhafte Reise neigte sich dem Ende zu aber wer weis, vielleicht heißt es ja schon bald wieder Leinen los und

auf AIDAsehn!
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