Brasilien
     
 
   
   
                                              Erlebnisreise Brasilien Oktober 2003

                           Gott ist Brasilianer

 

                                                          Impressionen einer Traumreise von Marion Lohse

  

Die Reisevorbereitungen für Brasilien waren schon fast so aufregend, wie das Land selbst. „Was wollen wir besuchen, was wollen wir erleben?“ Baedeker, Marco Polo und Geo wurden herangezogen und nach langen Studien legten wir unsere Reiseroute fest: Frankfurt, Rio de Janeiro, Iguacu - Wasserfälle, Manaus im Amazonasgebiet, Salvador de Bahia, die Insel Moro de Sao Paulo, Rio, Frankfurt.

Brasilien, als fünftgrößtes Land der Erde und als größtes Land Südamerikas, kann man nur einigermaßen kennen lernen, wenn man Schwerpunkte setzt - bei einer Reise in dieser Größenordnung.

1. RIO DE JANEIRO

                             

Abends fliegen wir mit der Varig elf Stunden nonstop nach Rio de Janeiro und kommen frühmorgens in der wohl bekanntesten Stadt Südamerikas an: eine schwül-warme Luft empfängt uns. Die Fahrt ins Hotel Arpoador Inn, direkt am Ipanema - Strand, führt durch die Vorstadt, vorbei an den Baracken der Armen  („Favelas“ genannt), übelriechenden Abwässerkanälen, Müllhaufen, Tankstellen und Schrottplätzen. Je mehr wir uns der Innenstadt um die Copacabana nähern, desto dichter und lauter wird der Verkehr. Der Bus setzt uns in einer belebten Straße ab und wir suchen mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken unser Hotel. Es liegt direkt am wunderschönen Ipanema – Strand, der am frühen Morgen schon gut besucht ist. Wir erkunden ausgiebig diesen „Strand der Einheimischen“, der eigentlich brasilianischer ist als die Copacabana, wo hauptsächlich die Touristen das Bild bestimmen. Trotzdem sind beide Strände traumhaft, mit gewaltigen Eindrücken von Zuckerhut, Corcovado und der größe der Stadt.

Am nächsten Tag besuchen wir die Downtown von Rio, wo das wirtschaftliche Herz der Stadt schlägt. Nach einem Museumsbesuch fahren wir mit der altehrwürdigen Trambahn durch Vororte von Rio, wo Bauten aus der Gründerzeit auf die Geschichte Rios hinweisen. Mit dem Taxi fahren wir auf die Corcovado, mit 704m die höchste Erhebung Rios. Ganz oben erhebt sich die 1931 errichtete Christusstatue, dass weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus genießen wir ein wahrhaft göttliches Panorama von dieser, in die Natur eingebettete Landschaft. Abends besuchen wir eine der vielen Sambashows in der Stadt. In farbenprächtige Kostüme gehüllt, vermitteln die Akteure die Lebensfreude und Kultur der Brasilianer.

                        

Vorher speisen wir köstlich in einer Churasaria, wo wir zu einem fairen Preis so viel essen können, wie wir mögen. Frische, üppige Fleischspieße und Salatbuffets lassen uns die Qual der Wahl. Köstlich schmeckt es und das Essen wird zum Erlebnis.

Etwas nachdenklicher stimmt uns der Besuch der „Favela Rocina“, die wir am nächsten Tag mit einem einheimischen Führer besichtigen. In den Städten Brasiliens werden diese Stadtteile „Favelas“ speziell für die ärmsten Menschen eingerichtet. Sie kommen aus dem Norden des Landes und hoffen auf eine bessere Zukunft in den Städten. Leider werden die meisten enttäuscht, bleiben aber hier und verschärfen die sozialen Probleme. Mit verschiedenen Projekten wird versucht vor allem Jugendliche und Kinder vor dem sozialen Abstieg zu bewahren. Unser Besuch in einem Kinder-

haus für alleinstehende Mütter blieb uns besonders eindrucksvoll in Erinnerung. Die Schattenseiten des prallen Lebens sind hier offensichtlich.

3. IGUACU WASSERFÄLLE

                        

Am nächsten Morgen verlassen wir die hektische Großstadt und fliegen via Sao Paulo ins ländliche Iguacu. Schon auf der Fahrt zum Hotel Cataratas, direkt an den Iguacu – Wasserfällen, genießen wir die Schönheit der Landschaft mit ihren subtropischen Regenwäldern. Im Hotel ist man ständig vom Rauschen der Wasserfälle umgeben. Die Wasserfälle liegen im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay und fallen in 247 Kaskaden bis zu 100m in die Tiefe. Wir wollen von der argentinischen Seite die Wasserfälle besuchen und fahren deshalb am nächsten Tag mit einem Kleinbus direkt in den Nationalpark. Auf Stegen laufen wir in Regenkleidung über dieses gewaltige Naturschauspiel. Unvorstellbare Wassermassen stürzen unter uns in die Tiefe. Spontan entschließen wir uns zum Fluss abzusteigen und mit einem Schlauchboot direkt in die Wasserfälle einzufahren. Ein tolles, aufregendes Erlebnis.

Es braust und tost um uns herum. Die Gewalt des Wassers ist spürbar. Durch den Regenwald, begleitet von vielen Schmetterlingen und Vögeln, kehren wir zum Hotel zurück.

Im Hotel Cataratas, mit seiner wunderschönen Gartenlandschaft, vertreiben wir uns noch die Zeit bis zum Abflug ins Amazonasgebiet nach Manaus. Dort werden wir von Wilson abgeholt, der die nächsten Tage bei unserem Trip in den Dschungel unser Führer sein wird.

              

3. MANAUS MIT DSCHUNGELTRIP  

           

                        

          

In Manaus erkunden wir zu Fuß die Hafengegend mit Fischmarkt und genießen natürlich den leckeren Fisch direkt im Hafen. Manaus, legendäre „Kautschukmetropole“ am Rio Negro, der sich unweit stromabwärts mit dem Rio Solimöes zum eigentlichen Amazonas vereinigt, liegt im Herzen des tropischen Regenwaldes. Sie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die reichste Stadt Südamerikas. In dieser Epoche entstanden die meisten der kolonialen Prachtbauten der Stadt. Das berühmteste Gebäude, das Opernhaus von Manaus, besuchen wir am späten Nachmittag. Die Oper ist vollständig renoviert mit vielen Details gespickt, wie Lüstern aus Deutschland, Marmor aus Italien und samtüberzogenen Sitzen. Abends bereiten wir uns für die morgige Dschungeltour in das Amazonasgebiet vor.

                      

Morgens um 7:00 Uhr fahren wir mit dem Boot über den Rio Negro zur gegenüberliegenden Landseite. Mit dem Kleinbus geht es über die berühmte „Transamazonica“ 30km in das weitverzweigte Flusssystem des Amazonas. Auf einer zweistündigen Bootsfahrt zu unserer Flusslodge genießen wir die vielfältige Fauna und Flora der Landschaft. Unsere Lodge ist relativ einfach. Wir nächtigen in Hängematten, was überraschend angenehm ist. Unsere erste Dschungeltour mit einem kleinen Boot führt in die Nebenarme des Hauptflusses. Wir lernen verschiedene Vogel- und Affenarten kennen. Besonders markant ist hier der Tukan, den wir oben in den Baumwipfeln gut beobachten können. Der Höhepunkt des Tages war abends eine Flussfahrt, bei der unser Führer Wilson einen jungen Alligator mit den bloßen Händen fängt. Ein sehr aufregendes Erlebnis für uns.

Am nächsten Tag war Piranha-Angeln angesagt. Diese kleinen, gefährlichen Fische sind unter Anleitung von Wilson recht leicht zu fangen. Abends war dann Piranha-Abendessen angesagt. Eine recht grätenreiche Angelegenheit. Bei einer dreistündigen Dschungeltour am nächsten Tag zu Fuß sind wir schon recht aufgeregt. Lange Hosen und langärmelige Hemden sollen vor den Moskitos schützen. Wir lernen die Fauna und Flora des Dschungels kennen. Verschiedene Palmenarten, Gummibäume und viele Pflanzen, aus denen verschiedene Heilkräuter gewonnen werden. Nachmittags genießen wir das geruhsame Leben am Fluss, schauen den Delfinen zu und schwimmen sogar im Flusswasser. Mit einem Speedboot werden wir am nächsten Tag nach Manaus zurückgebracht. Am Flussbett aalen sich große Kaimane und Schildkröten. Wehmütig lassen wir den Amazonas hinter uns und fliegen in das sonnige Salvador de Bahia.

4. SALVADOR DE BAHIA

                        

Wir wohnen im Hotel Pelourinho im gleichnamigen Viertel der Stadt. Hier pulsiert das Herz der afrikanischen Seele, Millionen afrikanische Menschen wurden als Sklaven nach Salvador gebracht und auf den Feldern bis zum Tode gequält. Diese Unterdrückung ist bis heute bei den Bewohnern dieses Stadtteils Pelourinho zu spüren. Trotz des vielen Leids, ist bei den Menschen die Lebensfreude nicht vergangen und nicht umsonst erleben wir hier die Reggaemusik als Ausdruck ihrer Liebe und Zuneigung zur alten Heimat, Afrika. In der Nacht tauchen wir in die schwarzafrikanische Kulturwelt ein und erleben sehr intensiv dieses „Sklavenleben“.

                        

Die Schönheit der Stadt Salvador lernen wir am nächsten Tag kennen. Die Altstadt besteht aus zwei Etagen, die durch einen Lift und einen Schrägaufzug miteinander verbunden sind. Die schönsten Gassen, Plätze und Kirchen befinden sich in der Oberstadt.

Wir genießen den Blick aufs Meer direkt neben dem Regierungspalast und besuchen zwei der zahlreichen Kirchen der Stadt. Zum einen die Kirche des ehemaligen Jesuitenklosters. Sie hat eine prächtige, vergoldete Kassettendecke und die Sakristei ist die schönste in ganz Lateinamerika. Zum zweiten besuchen wir die Kirche und das Kloster der Franziskaner. Üppig, vergoldetes Schnitzwerk überzieht den gesamten Innenraum. Die mit Figuren und Ornamenten geschmückte Fassade ist einzigartig im brasilianischen Barock.

5. MORRO DE SAO PAULO

                       

Die letzte Station unserer Reise dient der Erholung von den erlebnisreichen Strapazen. Mit einem Katamaran fahren wir zwei Stunden über den Atlantik zur kleinen Insel Morro de Sao Paulo. Mitten auf dem Atlantik stoppt der Kapitän das Schiff und wir können drei große Wale auf ihrem Meeresweg bewundern und beobachten. Ein nicht alltägliches Erlebnis ohne Mehrkosten. Im Hafen von Morro de Sao Paulo empfangen uns die Einheimischen mit Schubkarren. Sie laden unsere Rucksäcke auf die Karren und gehen mit uns durch die kleine Ansiedlung zu den Stränden. Hier besichtigen wir einzelne Hotels und entscheiden uns für das „Amendoeira Praie Hotel“ am dritten Strand. Die Insel ist autofrei und alles bewegt sich zu Fuß. Versorgt wird die Insel über das Meer. 16 km traumhafte Sandstrände umgeben die gesamte Insel. Wir genießen das Strandleben mit langen Spaziergängen während der Ebbe und bei Flut lassen wir uns vom Wasser umspülen.

Abends gehen wir köstlich Essen und genießen am Strand die verschiedenen Cocktails, besonders aber den Caipirinha. Mit großer Wehmut verlassen wir diese wunderschöne, einsame Insel und fahren mit dem Schnellboot zurück nach Salvador de Bahia. Über Rio fliegen wir zwölf Stunden zurück ins kalte Frankfurt.

Eine erlebnisreiche Reise durch ein Land voller Gegensätze liegt hinter uns. Wir werden noch lange über diese Reise mit unseren Freunden reden, wenn die zwölf Filme entwickelt sind und wir noch einmal alle Stationen der Reise bildhaft erleben können. 

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